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  Projektideen



  Internetzeitung mit Printausgabe und Internetcafes

  Bewohnerorientierte Stadtentwicklung

  Vorschlag zur Bürgerbeteiligung im Stadtteil an das Bezirksamt

Vorwort

Hier finden Sie Projektanträge unseres Vereins, im Rahmen der AG Kiezentwicklung, deren Nirvana hier nicht weiter erläutert werden soll. Es ist festzustellen, daß die zuständige Servicegesellschaft keine Unterstützung bei der Beratung bot und das Beschäftigungsbündnis des Bezirkes (über das die Einreichung an den Senat erfolgte) mit all seinen Gremien unsere Anfragen, Hilferufe und Forderungen negierte, gar die Anträge nie zur Kenntnis nahm.

Unser Ziel war und ist es, sinnvolle Entwicklungen auf den Weg zu bringen, mit dem ganz klaren Ziel, mittelfristig selbsttragende Arbeitsplätze zu schaffen, auch durch Belebung von Brachen. Das Ganze in Zusammenschluß mit anderen Initiativen und Vereinen und vom Ziel her ähnlich anglegten Projekten, um Kosten zu sparen, Synergieeffekte zu nutzen, Verbindungen bestmöglich einzusetzen und sich nicht selbsttragende wichtige soziale Projekte mitzuziehen. Auch mit Blick auf nachhaltige, bürgernahe und ökologisch sinnvolle Strukturentwicklung mit großem kreativen Freiraum für unkonventionelle Lösungsansätze bei aufkommenden Problemen.

Leider ist diese Art Entwicklung nicht gewollt. Über 2 Jahre kämpften wir gegen Ingnoranz und Informationsverweigerung von Senat, Bezirk und dessen verlängerte Verwaltungen - ohne Erfolg. Eines haben wir jedoch gelernt: Unsere Ansätze sind zeitgemäß und gut durchdacht. Institutionen, die sich mit solchen Inhalten beschäftigen, haben uns dies bestätigt, sind leider aber nicht in der Situation, mehr als moralische Unterstützung geben zu können.

Wir haben, ähnlich wie Fips e. V., überlegt, ob es sinnvoll ist, die Projektideen zu veröffentlichen, da einige von uns schon böse Erfahrungen mit Ideenklau gemacht haben. So basiert die Zweckfirma Dämmstatt Werf auf einer Hanfidee von Fips, da nach einem Gespräch die Patentanmeldung folgte. Dann hat ASUM Vorschläge vorgelegt, deren teilweiser Inhalt seit Jahren von uns als entwicklungspolitischer Schwerpunkt favorisiert, jedoch als unhaltbar dargestellt wurde. Nun sollen gerade diese Inhalte wichtig für die Gebietsentwicklung sein. Da die Anträge bei Senat, Bezirk und Servicegesellschaft vorliegen, haben wir uns für eine weitere Veröffentlichung entschieden. Hier werden jedoch nur unsere Anträge sichtbar und damit aus dem Zusammenhang gerissen, die in direktem Synergieeffekt zu Anträgen anderer Initiativen zu sehen sind.

Internetzeitung mit Printausgabe und Internetcafes

Projekteinreichung für das lokale Beschäftigungsbündnis Friedrichshain / Kreuzberg

Titel des Projekts:
Internetzeitung mit Printausgabe für Friedrichshain und Kreuzberg und je einem Internetcafé in Friedrichshain und Kreuzberg

Träger:
UBI Mieterladen eV

1. Ausgangssituation

Die Zeitung wird ehrenamtlich seit 1992 monatlich erstellt (ursprünglich 8 Seiten, Auflage 5000, heute 4 Seiten, Auflage 250). Sie ist kostenlos und Sprachrohr von BürgerInnen für BürgerInnen. Eine öffentliche Förderung hat es bisher nicht gegeben. Die Zeitung wird durch Spenden getragen. Die Entwicklung, Herstellung und Vertreibung des Blattes erfolgt auf einer ausschließlich ehrenamtlichen Ebene.

Folgende Themenschwerpunkte gehören zum Inhalt (Beispiele):

  • Deklaration von Terminen und Angeboten
  • Darstellung von Möglichkeiten des gesunden Lebens (Kooperation z. B. mit Greenpeace)
  • Angeboten von Bildungsträgern, private Kleinanzeigen
  • Vorstellung von ansässigen Projekten, Initiativen, Vereinen und Gewerben
  • Aufgreifen aktueller Entwicklungen im Vertriebsgebiet
  • Vorstellung von Konzepten zur öffentlichen Diskussion (Verkehrskonzept)
  • Begleitung / Information von überregionalen Themen (A 100 und USt im EG Binnenmarkt)
  • Buchveröffentlichungen (in Kooperation mit rowohlt Verlag)
  • Beiträge von Lesern, Gedichte und Geschichten aus dem Kiez

Eine kostenlose Auslage in Geschäften, gastronomischen und öffentlichen Einrichtungen und sonstigen sinnvollen Stellen wird realisiert.

Jeder Bürger kann redaktionelle Beiträge leisten (außer rassistischen und menschenverachtenden) und auch aktiv mitarbeiten, um zu erfahren, wie eine Zeitung entsteht. Die Vervielfältigung wird bei Gewerbetreibenden im Gebiet realisiert (Kopie oder Druck). Träger der Zeitung ist die Unabhängige BürgerInitiative Mieterladen e. V. in der AG Kiezentwicklung, Mitglied im Projekt Friedrichshain e. V.

2. Projektbeschreibung

Internetzeitung / Printausgabe
Für das Layout gibt es bereits konkrete Vorstellungen. Der neue Name der Zeitung ist noch nicht gefunden, soll aber dem Anliegen und der Fusion beider Bezirke Rechnung tragen. Der Umfang der Zeitung beträgt mindestens 8 Seiten, als Printausgabe sollen 10.000 Exemplare für Friedrichshain und Kreuzberg 1x im Monat realisiert werden. Ebenso ist eine 7-tägige Aktualisierung im Internet vorgesehen. Die Zeitung erhält eine eigenständige Webadresse. Die Printausgabe ist einerseits die Verbindung zwischen alten und neuen Medien und andererseits eine nicht wegzudenkende Informationsebene für die Bewohner. ältere Mitmenschen oder Menschen ohne PC sollen nicht von der Entwicklung ausgeschlossen werden, da einige Personengruppen über das neue Medium nicht zu erreichen sind, und somit ihre soziale Ausgrenzung weiter betrieben würde. Dies ist nicht im Interesse des Projektes. Mit dem Projekt wird eine Entwicklung betrieben, die alle Facetten einbinden wird.

Chatroom
Ein Chatroom wird eingerichtet (mit öffnungszeiten, zu denen Redakteure, Fachleute zu bestimmten Themen oder Persönlichkeiten anwesend sind), um ein Maximum an Diskussionsbeteiligung zu erreichen. Dies zielt vorrangig auf die junge Generation ab, die sich derzeit längerfristig im Gebiet ansiedelt. Es wird eine zusätzliche Identifizierung mit dem Wohnumfeld geschaffen. Der Chatroom kann darüber hinaus hilfreiche Tips zur Berufsorientierung bieten und entsprechend von Arbeitgebern oder Bildungsträgern genutzt werden.

Internetcafés
Die Cafés werden in eigenständigen Räumen angesiedelt. In den Internetcafés, die täglich geöffnet sind, gibt es darüber hinaus die Möglichkeit für Nicht-PC-Besitzer unter fachlicher Anleitung vielfältigste Korrespondenz zu gestalten (Briefe verfassen, Photos bearbeiten, Bewerbungsunterlagen erstellen etc.)

Redaktion
Um die anstehende Fusion der beiden Bezirke so realistisch wie möglich mitzugestalten, sind wir davon überzeugt, daß die Kommunikation und der Austausch von Ideen zwischen den Bürgern beiderseits der Spree sehr wichtig ist. Wir sind daran interessiert die Redaktion bei einem bereits bestehenden Projekt anzusiedeln, um eine größere Vernetzung und gegenseitige Befruchtung zu erzielen. Die Redaktion besteht aus einem festen Mitarbeiterkreis. Einmal im Monat findet eine offene Redaktionssitzung für Interessierte statt. Es ist daran gedacht, in die Redaktion ehrenamtliche Mitarbeiter einzubinden, z. B. über die Freiwilligenagentur Kreuzberg Friedrichshain.

Kooperation - Qualifizierung / Einbindung ansässiger Gewerbebetriebe u. ä.
Partnerfirmen aus Friedrichshain und Kreuzberg werden workshops durchführen, die sich durch Kostenbeteiligungen der Teilnehmer teilweise refinanzieren. Nach einer gewissen Anlaufzeit, werden die workshops sich selbst tragen. Diese beinhalten die Einführung am Computer, den Umgang mit der Software und werden sie zu bestimmten Themenbereichen fortgeführt (z. B. Wie bearbeite ich ein Bild? oder Wie bediene ich Suchmaschinen richtig?) In diesem Rahmen kann auch eine berufliche Weiterbildung organisiert werden. Es ist möglich, dafür mit anderen Trägern zusammen zu arbeiten, um eine umfassende Qualifizierung zu gewährleisten.

Im Rahmen der Zeitung als auch der Cafés werden entsprechende Arbeitsplätze geschaffen, die sich mit geschicktem Marketing nach einer Anlauf- und Aufbauzeit selbst finanzieren. Es ist daran gedacht Arbeitsplätze sowohl über ABM-Maßnahmen zu schaffen, als auch durch SAM. Vorgesehen ist auch ein Behindertenarbeitsplatz.

In Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Trägern in beiden Bezirken, wird die Möglichkeit eröffnet, im Programm "Arbeit statt Strafe" für straffällig gewordenen Jugendliche einen betreuten Arbeitsplatz zu installieren. Für die Realisierung wurden bereits vielversprechende Kontakte geknüpft. Hier ist angedacht, daß entsprechende Infoflyer, Plakate und Broschüren für Initiativen und Vereine kostengünstig hergestellt werden. Selbstverständlich können außerhalb dieser Möglichkeit Initiativen und Vereine die technischen Möglichkeiten für ihre Zwecke kostengünstig nutzen. Dies beinhaltet den Nebeneffekt, daß Informationen "auf dem kurzen Weg" zwischen den Intiativen ausgetauscht werden können und so auch schnell eine breite öffentlichkeit erreichen. Es ist jedoch kein closed shop für Initiativen, dies ist lediglich eine Nutzungsvariante. Entsprechende Angebote werden allen Auftraggebern zur Verfügung stehen und öffentlich angeboten.

Um die Realisierung des Gesamtprojekts zu gewährleisten, wird anfänglich mit Partnerfirmen zusammengearbeitet, die schrittweise das know how zur Durchführung (nach Einführungs- und Anlernzeit) des Projektes an die Projektmitarbeiter übergeben. Das heißt, daß in der Anfangsphase technische Betreuungskosten entstehen, die in der Regel teuer sind. Diese reduzieren sich mit der Qualifizierung der Mitarbeiter und fallen schließlich ganz weg. Darin nicht inbegriffen, ist die Wartung der Hard- und Software, die ausschließlich durch Fachfirmen aus dem Gebiet zu betreuen ist. Die so qualifizierten Mitarbeiter haben dann umfassende technische Kenntnisse, die ihnen den Einstieg in das Arbeitsleben erleichtern.

Das Projekt soll ein Forum für folgende Bereiche werden:

  • Diskussion über Themenschwerpunkte (Infrastrukutur, Demographie)
  • Seniorenseite, Jugendseite (Tips, Termine, Sonsiges)
  • Transparenz über Entwicklungen (regional und überregional)
  • Recherche, Aquise, Archivanlage
  • offene Redaktionsräume
  • Entwicklung von Projekten
  • Umgang mit den neuen Medien

Das Projekt ist als unterstützendes Element der Volksbildung zu sehen. Insbesondere besteht die Möglichkeit, Praktika sowohl im Bereich der Ausbildung als auch des Studiums in Zusammenarbeit mit ansässigen Partnerfirmen anzubieten. Prägnant ist hier die Verschmelzung von Theorie und Praxis.

Ziel und Möglichkeiten
Angedacht ist , für die Zeit der Förderperiode das Projekt gefördert zu betreiben, um es dann selbsttragend weiterzuführen. In diesem, zeitlichen begrenzten, Rahmen soll das Projekt Stabilität erhalten, die Beziehungen zu den Partnerfirmen ausgebaut und erweitert und neue Partner gesucht werden. Eine intensive Zusammenarbeit von Initativen, BewohnerInnen, ArbeitnehmerInnen und Gewerbetreibenden ist angestrebt. Die Ausweitung des Einzugsgebietes erlaubt das Erschließen neuer Ressourcen und die Erweiterung des Angebotes. Mit der Ausweitung des Projektes eröffnen sich neue Refinanzierungsmöglichkeiten / zusätzliche Einnahmen und voraussichtlich erhöht sich die Beschäftigungsintensität (zusätzliche Einrichtung von PC-Arbeitsplätzen, Caféerweiterung oder Neueröffnung mit erweitertem Angebot, Schaffung von Ausbildungsplätzen, Praktikumsplätzen, Qualifizierung u.s.w.).

Es ist als realistisch zu betrachten, daß dieses Projekt eine gewisse Anlaufzeit benötigt, um in den Bezirken (im Internet darüber hinaus) bekannt und genutzt zu werden. An eine entsprechende medienwirksame Begleitung ist gedacht. Gute Kontakte zu Print, TV und Radiomedien bestehen bereits. Gemeinsame, nachhaltige Aktionen können hier kostengünstig oder kostenlos gestartet werden. Dabei werden vorzugsweise die Bezirksmedien (Wochenblatt, Abendblatt, Steinschlag TV, Frauenfunk) als Partner favorisiert.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit die Tradition der gemeinsamen Organisation von Straßenfesten und anderen Veranstaltungen mit anderen Initiativen im Kiez zu befördern. Dies ist eine hautnahe Präsentation bei der Bevölkerung und darüber ist es möglich zusätzliche Gelder zur Refinanzierung oder zur Finanzierung von sozialen Projekten einzunehmen. Ein Ausbau des Projektes in Richtung Veranstaltungsservice oder kleinteiligem Marketing ist möglich, da Erfahrungen im Bereich PR, Marketing und Sponsoring vorhanden sind.

Die Förderung erlaubt schrittweise das überführen auf den freien Markt und das Bestehen auf dem freien Markt. Mit der Initialisierung des Projektes werden längerfristig Arbeitsplätze und Qualifizierungsmöglichkeiten im Verbund geschaffen, bei gleichzeitiger Begleitung und Förderung der Gebietsentwicklung mit der entsprechenden Einbeziehung der Bewohner.

3. Sachmittel und Personalbedarf nach Aufschlüsselung:

Gesamtkosten im 1. Jahr: 263.550,00
Gesamtkosten in Folgejahren: 152.000,00
Gesamtkosten Personal und einmalige Sachmittel: 902.050,00

4. Kofinanzierung und Eigenanteil nach Aufschlüsselung

Land Berlin, Partnerfirmen über SAM
Einnahmen durch Anzeigenschaltung von Gewerbebetrieben
(Einsetzen einer Profifirma, die sich damit selbst finanziert und den überschuß an das Projekt abführt)
Spenden
Abo, auch Förder-Abo
Anzeigenaquise
Surfen gegen Entgelt
Korrespondenzhilfe gegen Entgelt
Einnahmen für die Erstellung von Flyern, Broschüren etc.
Einnahmen durch antialk.Getränkeverkauf und Snackangebot
Einnahmen durch workshops und andere Veranstaltungen

Bei Ansiedlung der Redaktionsräume und eines Internetcafés in den Räumen der UBI Mieterladen e.V. werden die Mietkosten dieser Räume von der Berliner MieterGemeinschaft zu 50 % getragen.
Büroausstattung vorhanden

4. Laufzeit des Projekts:
Förderperiode - Jahr 2000 bis Jahr 2006 -
Förderung im 1. Jahr 100 %
Förderung im 2. Jahr 100 %
Förderung im 3. Jahr 100 %
Förderung im 4. Jahr 75 %
Förderung im 5. Jahr 50 %
Förderung im 6. Jahr 25 %

Bewohnerorientierte Stadtentwicklung

1. Vorbemerkung

Die Unabhängige BürgerInitiative Mieterladen e. V. wurde als Bürgerinitiative im November 1989 gegründet. Die Mitglieder leisten seitdem eine ausschließlich ehrenamtliche Arbeit. Das Hauptaugenmerk liegt in der Mieter- und Sozialberatung, mit Schwerpunkt auf die Mieterberatung (anwaltliche Unterstützung durch Kooperationsvertrag mit der Berliner MieterGemeinschaft für Mitglieder). Wir geben Auskünfte in Wohn- und Wohnumfeldfragen (Zusammenarbeit mit anderen Trägern, ämtern, Behörden, Vermietern u. ä. generell oder auch punktuell). Das Anliegen der Mitglieder ist es, durch ein von politischen Institutionen unabhängiges Forum die Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches zu schaffen und damit die bei den Bürgern nicht wenig vorhandenen Hemmungen vor möglichen Auseinandersetzungen und Konfliktlösungen zu reduzieren. Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe an und denken daran an ein längerfristige Entwicklung des selbständigen und selbstverständlichen Denkens und Handelns der Bürger.
Es hat bisher keine öffentliche Förderung stattgefunden.
Eine Kofinanzierung der Raummiete wird durch die Berliner MieterGemeinschaft e. V. realisiert.Die Finanzierung der Bürokosten erfolgt ausschließlich durch Spenden.

Themenschwerpunkte seither:

  • Initiierung und Unterstützung von Initiativen, Projekten und Vereinen (z. B. Wir Bleiben Alle - Ost-Berlinweites Bündnis, Antirassistische Telefonkette, Plattform Europa, Themenbezogene Hausinitiativen, Musikworkshops unter Anleitung von Fachleuten, Spielnachmittage für Kinder, Kiezspaziergänge mit alten und neuen Bewohnern, Durchführung von Sozialmärkten mit anderen freien Trägern, Bürgerinitative Innenstadtring Süd, Organisation und Durchführung von Kundgebungen, Stadtteilversammlungen und Demonstrationen, Initialisierung der Betroffenenvertretung im ersten Ostberliner Sanierungsgebiet)
  • Bürger- und Komunikationsbüro für alle Bewohner, Arbeitnehmer und Gewerbetreibende

2. Projektbeschreibung

Wir denken, daß hinsichtlich einer bürgernahen und bewohnerorientierten Stadtentwicklung in erster Linie eine realistische Darstellung der tatsächlichen Wohn- und Wohnumfeldsituation, der Wünsche und Problemen stattfinden muß. Die zum Teil schon vorliegenden Studien und Befragungen (TOPOS- ASUM - QUARTIErSMANAGEMNET) gerade für das südöstliche Friedrichshain sind schon ein guter Anfang. Das Problem liegt aber, denken wir, an eine entsprechende Transparenz und Veröffentlichung dieser Verhältnisse.
Im Normalfall bekommt der Bürger von den Studien und Entwicklungen und Planungen nichts mit. Wir hoffen auf der Grundlage einer nicht vom Senat oder vom Bezirksamt in Auftrag gegeben Studie und/oder Befragung, sondern der Authentizität des Mieterladens als unabhängiges Forum ein entsprechendes Abbild der Wirklichkeit darzustellen.

Wir denken, daß mit einem entsprechendem Fachpersonal, aber auch mit Menschen, die hier wohnen und arbeiten, ein solches Projekt realisierbar ist.

Im einzelnen sollen folgende Punkte als Orientierung für das Grundkonzept gelten:

  • Information, Aufklärung und Vernetzung von Mietern, Wohnungseigentümern, Vermietern, Investoren und der öffentlichen Hand zu speziellen Problemstellungen der Hofgestaltung, Modernisierung, Randlückenschließung, öffentlicher und privater Grünflächen, verkehrliche Situation vor Ort, Spielplätzen, Fluktuation, Arbeitsmarktsituation und gemeinsame Erarbeitung von Lösungsvorschlägen für die auftretenden Problematiken
  • Transparenz bei der Zusammenarbeit mit allen Beteiligten
  • Zusammenfassung verschiedener gebietsorientierter Erfassungen zu bestimmten Themen zur Erzielung einer gemeinsamen, umfassenden, weitreichenden und nachhaltigen Stadtentwicklung (z. B. das Zusammenführen verschiedener Vermieter und Mieter angrenzender Häuser oder Häuserblöcke zur Umstellung vorhandenen Systeme auf ökologisch orientierte Blockkraftsysteme, Systemkoppelungen oder zur Anlage von Hinterhöfen, die für die verschiedenen Anwohner bedürfnisgerecht variabell nutzbar sind)
  • gebietsorientierte Datenerfassung, -eingabe, -auswertung und -veröffenlichung und Vernetzung der Daten, angelegt auf mögliche Gebietsausweitung (Erfassung die bis dato dezendiert nicht stattfindet)
  • Anstoß und Begleitung der Hilfe zur Selbsthilfe
  • Erstellung von Aktions- und Handlungskonzepten für die weitere Stadtenwicklung anhand der Datenerfassung, Partnersuche und gemeinsame Umsetzung
  • qualitative und quantitative Ausweitung des Bürger- und Komunikationsbüros für Bewohner, Arbeitnehmer und Gewerbetreibende
  • empirischer Ansatz: Gebiet mit restitutionsbehafteten Häusern und Gebiet mit Plattenbauten, deren Verkauf vorzugsweise an zu installierende Bewohnergenossenschaften umgesetzt werden sollte.
  • Installation einer unabhängigen Sanierungsberatung
  • Feststellen der Strukturveränderungen und durch Yuppiisierung Veränderung der Bewohner und Infrastruktur im Rahmen Urban 21

3. Sachmittel und Personalbedarf, Kostenplan und Kofinanzierung

(Aufschlüsselung und Partner werden hier nicht dargestellt.)
Gesamtkosten Personal und laufende bzw. einmalige Ausstattung: 338.000,00 DM.

4. Laufzeit des ProjektsJahr 2000 bis Jahr 2006

mittelfristiges bis langfristiges Ziel:

  • qualitativ hochwertige Arbeit erstellen
  • Arbeitnehmer für den Arbeitsmarkt qualifizieren
  • Abrufen des Datenmaterials von entsprechenden Stellen (Bezirksamt, Senat, private Investoren u. ä. gegen Bezahlung)
  • geeignete Geschäftskontakte und Partner suchen (ämter, Behörden, private Investoren u. ä.)

Es ist daran gedacht, das Projekt selbsttragend in den 1. Arbeitsmarkt zu überführen, bei degressiver Förderung.
1. Jahr 100 %
2. Jahr 80 %
3. Jahr 60 %
4. Jahr 50 %
5. Jahr 40 %
6. Jahr 20 %

Da sich die Entwicklung der Großstadt Berlin ähnlich vollzieht wie in anderen europäischen Großstädten, ist es dringend erforderlich eine explizite zukunftsweisende Studie zu erstellen, an der sich auch andere Teile der Stadt bzw. anderer Großstädte mit ähnlichen Gebietsstrukturen (Hamburg, Rom, Barcelona, London u.s.w.) orientieren können. Im Vordergrund steht dabei die Intergration der Bevölkerung, um Abwanderung und Verslumung vorzubeugen nach ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten, Arbeitsplatzschaffung in zukunftsorientierten Bereichen wie ökologie und Technologisierung, Vernetzungen verschiedener Partner um Resourcen langfristig und dauerhaft zum Wohle aller zu nutzen und weiterzuentwickeln. Von der Planungs- bis zur Durchführungsphase sind die Bewohner, Arbeitnehmer und Gewerbetreibenden der Gebiete involviert.

Da es ein diesbezügliches Projekt in Berlin noch nicht gibt, ist die Chance gegeben, erstmalig mit allen Beteiligten eine städtebauliche Planung zu vollziehen. Die Erfahrungen sind unkompliziert auf andere Bereiche Europas anwendbar. Ziel ist die basisnahe Umsetzung von Urban 21, die bis dato nicht stattfindet.

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Vorschlag zur Bürgerbeteiligung im Stadtteil, Antrag an Bezirksamt

Möglichkeit 1: Projekt Friedrichshain e. V. als vorhandener Trägerkreis
Möglichkeit 2: anderer, konsensfähiger Träger / Trägerkreis
Möglichkeit 3: Neugründung eines Trägers / Trägerkreises

Im Gegensatz zu Kreuzberg gibt es in Friedrichshain keine, vom Bezirk finanzierte, Bürgerbeteiligung, die nicht an gesetzliche Vorgaben wie Sanierungsgebiete etc. gebunden ist. Daher sollte ein Träger / Trägerkreis die Bürgerbeteiligung auch außerhalb dieser Begrenzung fördern und unterstützen. Außerdem besteht bei den freien Gruppen (Bürgerinitiativen, Projekte, Vereine, Arbeitsgruppen) ein großer Bedarf an Räumlichkeiten sowie logistischer und struktureller Unterstützung.

Die Rolle des Trägers / Trägerkreises würde sich auf die eines Beraters und Vermittlers beschränken, ohne die Eigenständigkeit der Gruppen einzuschränken. Zu den speziellen Aufgaben gehören:

  • Organisatorisches, wie Einladungen, Protokolle, Flugblätter, Plakate
  • Selbstdarstellungen und öffentlichkeitsarbeit
  • Kommunikation mit Behörden und anderen relevanten Ansprechpartnern
  • Führung durch den Förderdschungel, Vermittlung von Kompetenzen und Ansprechpartnern
  • Organisation von Veranstaltungen
  • Ermittlung und Weitergabe von Bedarfen im Gebiet

Zielgruppe:

Bürgerinitaiven, Mietergruppen, Stammtische oder Projekte jeder Art sowie Einzelpersonen, die am Prozeß der Stadtentwicklung und -planung teilnehmen, Einfluß ausüben und ihre Vorstellungen im Dialog mit Verwaltung, Politik und Wirtschaftsunternehmen durchsetzen wollen.

Es soll ein Anlaufpunkt für Hilfe- und Ratsuchende Bürger, Selbsthilfegruppen, Bürgerinititiativen, Projekte, Vereine, Arbeitsgruppen u. ä. geschaffen werden, die sich mit Fragen der Stadtentwicklung, ökologie, sozialen und kulturellen Fragen beschäftigen. Sie sollen unterstützt, vernetzt und begleitet werden bzw. die einzurichtende Logistik nutzen können.

Dies erhöht die Bürgerbeteiligung in Friedrichshain und optimiert den dafür notwendigen Informationsfluß.

Trägerkreis:

Große und breitgefächerte Anzahl von nicht professionellen Projekten in Friedrichshain. Diese sollten sich im weiteren Umkreis mit Stadtplanung, sozialer Entwicklung und Infrastrukturverbesserungen beschäftigen und / oder die angebotenen Dienste des Trägers / Trägerkreises in Anspruch nehmen. Ob der Vorstand aus diesem Kreis gewählt wird, wäre zu diskutieren.

Rechtsform:

eingetragener, ggf. gemeinnütziger Verein oder andere Rechtsform

mögliche Akteure:

  1. Projekt Friedrichshain e.V.i.G. (Erfahrungen in verschiedensten Stadtentwicklungsrelevanten Bereichen, breite Unterstützung aber noch nicht eingetragen)
  2. Stadtteilausschuß Friedrichshain (bereits eingetragen, kaum Unterstützung, Erfahrungen im Bereich Spreeufer)
  3. z. B. Verein Bürgerladen "VEB" (müßte neu gegründet werden und ist im Bezirk unbekannt, Konzept liegt vor und wird hier weitestgehend beschrieben)
  4. vorläufiger Personal- und Sachmittelbedarf nach Aufschlüsselung für 2001: Gesamtsumme 157.690 DM

    Umsetzung:

    Die Gründung des Trägerkreises basiert auf dem Willen politisch engagierter Leute, Initiativen und Vereine, die die Vertretung der Bürger nicht den politischen Gremien, den Verwaltungen und von diesen beauftragten Institutionen überlassen wollen. Dies erfordert die Organisation und Einrichtung eines Trägerkreises. Der Trägerkreis hat die Funktion einerseits eine finanzielle Basis sicher zu stellen und andererseits sicherzustellen, daß eine Vielzahl von inhaltlichen Themen fachkompetent und bürgernah diskutiert werden kann. Einzurichtende Foren haben die Funktion öffentlichkeit zu schaffen, damit die den Stadtteil angehenden Entscheidungen der Verwaltungen außerhalb der gewählten Vertretungen diskutiert werden können. Aus den Stellungnahmen der Bürger auf den Foren sollen Forderungen abgeleitet werden, die dann den politisch Verantwortlichen unterbreitet werden.

    Der Trägerkreis ist keine Betroffenenvertretung und leitet seine Legitimierung einzig und allein daraus ab, daß Bürger sich in die betreffenden Entscheidungen oder stadtteilbezogenen Defiziete einmischen.

    Aufgabe des Trägerkreises ist es, die Artikulation der Bürger, Bürgerinitiativen, Projekte und Vereine zu erleichtern und zu unterstützen, Sprachrohr für die ängste und Nöte der Betroffenen zu sein. Im Trägerkreis werden Entscheidungen oder Absichten, die die Bewohner des Gebietes betreffen, zur Diskussion gestellt und eine möglichst weitgehende Bürgerbeteiligung vorbereitet und durchgeführt. Die Anregungen und Bedenken der Bewohner, Bürgerinitiativen, Projekte und Vereine werden den Verwaltungen und den politisch Verantwortlichen unterbreitet und es wird erwartet und erhofft, daß diese in den weiteren Entscheidungsprozeß positiv Eingang finden. Im Falle der Nichtbeachtung der Forderungen, sind durch entsprechende weitere öffentlichkeitsarbeit politische Entscheidungen der politisch Verantwortlichen herbeizuführen.

    Wenn der Trägerkreis mit regelmäßigen öffentlichen Sitzungen eingerichtet wird, ist sicherzustellen, daß sämtliche Verwaltungen und politisch Verantwortlichen, die mit dem Stadtteil befaßt sind, teilnehmen, obwohl die Sitzung ein Diskussions- und kein Entscheidungsgremium bleibt. Die Unabhängigkeit des Trägerkreises ist auf jeden Fall zu wahren. Der Trägerkreis ist kein Interessensvertretungsorgan der im Trägerkreis zusammengefaßten Initiativen, sondern koordiniert alle Nöte und ängste von Betroffenen und Engagierten gleichrangig. Er ist ein Gremium für die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten und Betroffenen im Stadtteil.

    Der derzeitige Schwerpunkt liegt in der Stadterneuerung. Der Trägerkreis ist die offene Form der Entscheidungsfindung mit den Bewohnern für Planungen, Ablauf und Steuerung der Entwicklung unter Einbindung aller nutzbringenden Resourcen und in der Bürgerschaft vorhandenen know hows. Jeder Interessierte hat Zugang zum Trägerkreis. Zusammenarbeit heißt deshalb: Gegenseitige verantwortliche Information, problemgerechte Beratung und Konfliktregelung und Lösungsfindung im Sinne der behutsamen, nachhaltigen, bewohnerorientierten Stadtentwicklung.

    Erneuerung beinhaltet alle sozialen, baulichen, städtebaulichen und ökologischen Maßnahmen im Stadtteil. Hauptziel der Arbeit ist die Verbesserung der Lebensbedingungen im Gebiet durch die Absicherung und Verbesserung der sozialen Infrastruktur, der Wohn-, Arbeits-, Wohnumfeld- und Erholungsqualität. Der Trägerkreis stellt sich dabei die Aufgabe, Projekte zu fördern, die die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Vielfalt des Stadtteils sichern und weiterentwickeln.

    Der Trägerkreis tagt einmal monatlich im Stadtteil. Die Tagungen sind öffentlich. Die mit Aufgabe der Stadterneurung beauftragten Dienststellen des Senats und des Bezirkes, sowie die von ihnen mit Aufgaben der Erneuerung Beauftragten, sollten sich fachspezifisch freiwillig einbinden. Die jeweils zuständigen Ausschüsse der BVV und der zuständigen ämter der Bezirksverwaltung sollten bei für den Stadtteil wesentlichen Entscheidungen den Trägerkreis anhören. Das Bezirksamt fördert die Geschäftstelle, die die Geschäftsführung wahrnimmt, eine Gemeinswesenarbeit aufbaut und zu längerfristigen Aspekten Arbeitsgruppen aufbaut.

    Der Trägerkreis berichtet dem Bezirksamt regelmäßig - mindestens alle 12 Monate - über seine Tätigkeit. Der Tätigkeitsbericht weist auch die inhaltlichen Schwerpunkte für das folgende Geschäftsjahr auf.

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