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  Kurzübersicht 2006




Unser Modellprojekt MAE KiezPool - Sachbericht zum Projektabschluß 2006

Projekt:
Einrichtung eines MAE - Kiezpools zur Unterstützung der Entscheidungsprozesse des Jobcenters (JC) unter besonderer Berücksichtigung kleiner Vereine/ Initiativen im Quartiersmanagementgebiet Boxhagener Platz
Zeitraum: 01.01.06 - 31.12.06 (Maßnahmebeginn: 01.02.06)

1. Projektbeginn: 01.02.06

Ausgangssituation und Idee

In Abgrenzung zum tradierten Begriff der Erwerbsarbeit arbeitet der Verein workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V. (im Folgenden workstation) seit 1998 in Berlin Friedrichshain- Kreuzberg zum Thema "Alternative Formen von Tätigkeit und Arbeit".

Insbesondere auf Grund der langjährigen Arbeit und Auseinandersetzung auf unterschiedlichen Ebenen (Bezirkliches Beschäftigungsbündnis AK 2/ Netz e.V.) des Vereins workstation gab es erste konstruktive Gespräche mit Vertretern des Bezirksamtes und des Jobcenters über die Machbarkeit eines "MAE - Kiezpools". Als Träger für sogenannte "1,-EURO-Jobs" führte workstation bereits von November 2005 bis Mai 2006 die Maßnahme "Arbeit neu im Blick" (20 TN Zeitraum ½ Jahr) durch.

workstation beantragte Maßnahmen im Sinne des Projektes "MAE - Kiezpool" beim JC für insgesamt 60 TN über einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten.

Parallel dazu beantragte UBI KLiZ eV/ Mieterladen (im Folgenden UBI KLiZ) beim Senat im November 2005 über den Quartiersrat (Neuausrichtung des Quartiersmanagements) finanzielle Mittel für die Einrichtung einer Geschäftsstelle zur ersten Vermittlung zwischen Interessenten für eine Tätigkeit auf MAE - Basis und potenziellen Einsatzstellen in Zusammenarbeit mit dem Träger workstation. Der Antrag wurde im Januar 2006 vom Senat für den Zeitraum 01.02.06 - 31.12.07 (2 Anträge Zeitraum: 01.01.06- 31.12.06 und 01.01.07 - 31.12.07) mit einem Budget von ca. 30.000 EUR bewilligt.

2. Die Realisierung des Projektes erfolgte gem. Punkt 3. des Antrags:

Einrichtung Geschäftsstelle und Kooperation mit workstation

UBI KLiZ und workstation schlossen eine Kooperationsvereinbarung bezüglich der Durchführung des Projektes "Einrichtung eines MAE - Kiezpools" ab. Der MAE - Kiezpool wurde als Projekt in den Räumlichkeiten des Vereins UBI KLiZ/ Geschäftsstelle "MAE - Kiezpool" angesiedelt.

Beide Vereine kennen auf Grund ihrer langjährigen und konkreten Arbeit im Gebiet des ehemaligen Quartiersmanagements (QM) und darüber hinaus, den daraus resultierenden Erfahrungen und der teilweise offenen, teilweise sehr gefestigten Kontakte sehr viele Menschen, die über dieses Projekt angesprochen werden sollten. Grundlage der Zusammenarbeit beider Vereine war und ist der Konsens über die freiwillige und selbstbestimmte Arbeits- und Lebensweise der teilnehmenden Menschen.

Ziel war es, auf lokaler Ebene (speziell QM-Gebiet), die teilweise seit Jahren schon vorhandene, kleinteiligen Strukturen und oft auf ehrenamtlicher und selbstorganisierter Ebene ausgeführten sinnvollen gemeinnützigen Tätigkeiten zu unterstützen.

Einerseits war es Aufgabe der Geschäftsstelle, den Einsatz von Leistungsbeziehern nach SGB II in sogenannten MAE-Stellen (Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung) zu koordinieren (Verfügbarkeit) und andererseits vorhandene Einsatzfelder zu eruieren. Auf dieser Grundlage stellte sie sicher, dass die jeweils aktuelle Situation (der aktuelle Bestand) an workstation informativ weitergeleitet wird. workstation stellt über die beim JC Friedrichshain-Kreuzberg im November beantragten Maßnahmen "Aktiv im Kiez (I - III) - Der Kiezpool"" die begleitenden, betreuenden und qualifizierenden Maßnahmen im Rahmen der MAE`s und die Verwaltung und Organisation der Begleitung, Betreuung und Qualifizierung der eingesetzten Leistungsbezieher über die Zahlung der Teilnehmerpauschalen der Agentur für Arbeit sicher.

Die Recherche/ Bestandsaufnahme der Bedarfe der vorhandenen Vereine, Projekte und Initiativen und die daraus sich ableitende Erarbeitung/ Bereitstellung von Einsatzfeldern/ Einsatzstellen/ Realisierungen von Projektideen erfolgte im Zeitraum Februar 06 - Dezember 2006 im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und über die bereits vorhandenen Strukturen/ Kontakte im Kiez und darüber hinaus.

Vereine/ Einsatzstellen zum Maßnahmebeginn 24.04.06:
workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V.
S.O.N.E.D. e.V.
UBI KLiZ e.V./ Mieterladen
Bodhicharya e.V.
GFBM e.V. / Jugendclub E - Lok
Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase e.V.

Im Verlauf des Projektes sind weitere Vereine/ Einsatzstellen hinzugekommen:
Strohlinka e.V.
Regenbogenforellen e.V.
Seitenwechsel e.V.
Netz e.V.
Praktische Pädagogik e.V.
Theaterkapelle e.V.
S.C.E.N.E. 5 e.V.
Theater Ratten 07 Freunde Ratten e.V.

Mit weiteren Vereinen, z.B: Tanzbasis gGmbH, La Fabrik e.V., Kinderoase e.V. am Traveplatz, Drogentherapiezentrum e.V., Selbsthilfetreffpunkt e.V. gab es Gespräche bezüglich einer möglichen künftigen Zusammenarbeit.

websites von Einsatzstellen und Kooperationspartnern:
www.workstation-berlin.org / www.ubi-mieterladen.de / www.ladyfest.net / www.netz-bb.de
www.openmedia44.de / www.genossenschaften-in-berlin.de. / www.freifunk.net / www.soned.de
www.tourists.de/garten / www.urbanacker.net / www.bodhicharya.de / www.kunst-stoffe-berlin.de
www.supamolli.de / www.strohlinka.net / www.seitenwechsel-berlin.de / www.scene5.de
www.theaterkapelle.de / www.ratten07.de / www.gfbm.de / www.regenbogenforellen.de

Öffentlichkeitsarbeit

Vor-Ort- und Medienpräsenz

Die Sprechstundenangebote bzw. Vor-Ort-Präsenz für Interessierte/ potentielle Teilnehmer und Vereine/ Einsatzstellen (TN) erfolgten im Zeitraum 01.03.06 - 31.12.06 am Mo: 10.00 - 13.00 Uhr und Do: 16.00 - 19.00 Uhr Diese Zeiten wurden von den Interessierten sehr unterschiedlich genutzt. Durchschnittlich haben 5 Personen/ Woche die Möglichkeit wahrgenommen, in den angebotenen Zeiten Informationen einzuholen, Gespräche über das Projekt an sich und eine mögliche Teilnahme als TN oder Verein/ Initiative zu führen.

Das Projekt wurde mit Beginn im Februar 06 und im weiteren Verlauf durch verschiedene Publikations- und Öffentlichkeitsarbeiten begleitet.

Es wurden ein Logo und eine Websitestruktur entwickelt. Letztere ging vorab angedockt an die Vereinsseite von UBI KliZ eV bereits im Februar ans Netz. Nach erfolgreicher Providersuche konnte zum April eine eigene Domain www.kiezpool.de (1)geschaltet werden.

Diese wurde einschlägigen Kiezseiten zur Verlinkung angeboten. Einige haben dies auch umgesetzt, z. B. www.workstation-berlin.org und www.boxhagenerplatz.de.

Es wurden ebenfalls zu Beginn des Projekts Flyer (2) erstellt und in der Folgezeit auf dem Wochenmarkt und in den im Gebiet ansässigen Initiativen/ Vereinen als Erstinformation für Interessierte verteilt. Es wurden auch verschiedene Pressemitteilungen (Tageszeitungen, Wochenblätter, Kiezblätter) entwickelt und versendet, die sich teilweise in den Medien niederschlugen (3).

Regelmäßig gab es Veröffentlichungen in der Stadtteilzeitung Bänsch-Echo (4) und Zwischenberichte auf der Website (5). Des Weiteren sind die eigenen, in den letzten Jahren gewachsenen Kontakte und Strukturen (über workstation Ideenwerkstatt Berlin eV und UBI KliZ eV koordiniert) genutzt worden (persönliche Weiterempfehlung und/ oder Information).

Teilnahme an Kongressen (Projektvorstellung, Kontaktaufnahme / -pflege):

24. - 26.11.06 Berlin
"Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus" an der TU Während des Kongress waren wir an allen Tagen mit einem Infostand vertreten (6).

08. - 10.11.06 Hannover
Jahrestagung (Organisation: Bereich Stadtteilkulturarbeit Quartiersmanagement Linden-Süd) zum Thema: "Lokale Beschäftigung - Lokale Ökonomie: Existenzsicherung im Stadtteil".
Hierzu wurde eine PowerPoint-Präsentation und eine begleitende Broschüre erarbeitet. Eine Teilnahme als Referenten und in der Diskussion erschien sinnvoll, im Hinblick auf eine mögliche Weiterentwicklung des Projektes "MAE - Kiezpool". Die Teilnahme war aus unserer Sicht erfolgreich. Erste Reaktionen sowohl vom Veranstalter, den ReferentInnen als auch von den Teilnehmern führten zu einem teils intensiven Informationsaustausch vor Ort als auch zu punktuell langfristig geplanten Kontakten mit möglicher Zusammenarbeit.
Auf der eigenen Website findet sich die Präsentation im Rahmen des Zwischenberichts November 2006 und die Teilnahme mit Fotos unter www.stadtteilarbeit.de auf der Seite des Veranstalters. Weil dort der Bericht nicht leicht zu finden ist, hier der Direktlink. Achtung: Mit diesem Link verlassen Sie die Seiten des Kiezpool!

Wir erhielten viel Anerkennung und Zusprache für das Modellprojekt, besonders von Prof. Dr. Susanne Elsen (FH München).

Sonstiges

Im Rahmen der vom 22.-24.09.06 veranstalteten Experimentdays 2006 (experimentcity - für eine Kultur der nachhaltigen Stadtentwicklung) in Berlin-Mitte, stellte Katja Niggemeier (R.E.M.) das Projekt am 22.09.06 im Rahmen der Arbeitsgruppe "Freie Räume und kreatives Wirtschaftspotential" vor (7).

Darüber hinaus wurde kleinteilige Öffentlichkeitsarbeit (Gespräche, Flyer etc.) zu vielen Gelegenheiten durchgeführt, die sich im Rahmen der Projekte / Veranstaltungen der jobcentergeförderten Maßnahmen ergaben (bei Lesungen, bei Filmvorträgen, auf Straßenfesten, bei Informationsveranstaltungen).

Der Kontakt und die Abstimmung der Geschäftsstelle / UBI KLiZ eV mit dem Träger der Maßnahmen workstation Ideenwerkstatt Berlin eV fanden über den Projektzeitraum im Durchschnitt 2 - 6 h/ Woche statt. Kontakt und Abstimmung der Geschäftsstelle / UBI KLiZ und des Trägers der Maßnahmen workstation und dem Jobcenter (JC)

Es fanden gemeinsam (workstation / UBI KLiZ / Bezirksamt (BA) und JC) vereinbarte Termine bezüglich der Abstimmung der Vorgehensweise (Vermittlung der Teilnehmer (TN) in die Maßnahmen) am 10.03.06 und 12.04.06 und im weiteren Verlauf am 23.05 2006 und am 16.08.06 statt.

Auf der Ebene des MAE - Geschäftsführungsbereiches im JC war und ist das Projekt gewollt. Im Rahmen dieses Modellprojektes konnte die Zuweisung der Teilnehmer (TN) abweichend von der herkömmlichen Art und Weise erfolgen.

Auf der Ebene des Vermittlerbereiches gab und gibt es aus Sicht UBI KLiZ/ workstation weiterhin Verständnisschwierigkeiten zum besonderen Ansatz des Projektes (Ansatz der workstation/ Anforderungsprofil für diese Maßnahme).

Zusammenarbeit mit dem BA Friedrichshain-Kreuzberg und JC Friedrichshain-Kreuzberg

Die langjährigen Kontakte von workstation/ UBI KLiZ zur ehemaligen Sozialstadträtin und zur ehemaligen Bürgermeisterin sowie deren Einflussnahme auf die Entscheidungsfindungen im JC Friedrichshain-Kreuzberg, die langjährige Teilnahme und Mitarbeit von workstation in verschiedenen Arbeitsgruppen und Ausschüssen (Bezirkliches Beschäftigungsbündnis AK 2/ Netz eV/.) sowie die aktive Unterstützung auf der Ebene des MAE - Geschäftsführungs- (GF) Bereiches des JC haben dazu beigetragen, dass im Jahr 2006 drei Maßnahmen à 20 TN erfolgreich durchgeführt werden konnten.

Die Dokumentation der Arbeiten erfolgte zeitnah in Form von Aktennotizen, Protokollen, Sachstandberichten und Kurzinformationen, die inhaltlich und formal zusammengefasst im hier vorliegenden Sachbericht eingebunden sind.

3. Ergebnis

Die von workstation beantragte Maßnahme (5TN à Monat - insgesamt 60 TN über 1 Jahr) wurden nach Abstimmung mit dem JC mit drei Maßnahmen jeweils zum 01.03.06, 01.05.06 und 01.07.06 mit einer jeweiligen TN - Anzahl von 20 bewilligt.

Auf Grund von erheblichen Verständnis- und Kommunikationsschwierigkeiten, vor allem auch innerhalb der JC - Strukturen, kam es nach mehreren Gesprächen dann zu Beginnverlegungen (24.04.06, 01.06.06 und 01.08.06).

Laufzeit:
1. "Aktiv im Kiez I " (20 TN) / 24.04.06 - 23.10.06
2. "Aktiv im Kiez II" (20 TN) / 01.06.06 - 30.11.06 (Verlängerung bis 31.12.06)
3. "Aktiv im Kiez III" (20 TN) / 01.08.06 - 31.01.07

Was hat der "MAE - Kiezpool" für das Gebiet (QM Boxhagener Platz) gebracht?

Bezug TN/ Einsatzstellen/ "Mitnahmeeffekt"

Das Besondere im Anforderungsprofil der Maßnahmen war 1. die ehrenamtliche/ selbst organisierte Aktivität und 2. das Bezugsgebiet (Boxhagener Platz).

Im Rahmen der Projektdurchführung wurden vordergründig ALG II - Empfänger, die bereits kontinuierlich oder sporadisch ehrenamtlich und selbst organisiert in Vereinen/ Initiativen aktiv waren, unterstützt (ca. TN = 85 %). Darüber hinaus wurden auch bisher "nicht in diesem Bereich aktive" ALG II - Empfänger eingebunden (ca. TN = 15 %).

Die TN leisteten einen wertvollen sozialen Beitrag für den Kiez und seine Bewohner und schließlich auch für sich selbst, weil unter anderem das Selbstwertgefühl in hohem Maße gestärkt wurde.

Da nicht nur bereits aktive Menschen unterstütz wurden, sondern auch "nicht aktive" Menschen erhielten auch diese eine Chance, sich auf selbstverwaltete Strukturen und deren Nutzungsmöglichkeiten einzulassen. Voraussetzung waren ein entsprechender Grad an Selbstorganisation bzw. die Bereitschaft zu lernen, Gebietskenntnisse, verschiedene Fähigkeiten und Talente und natürlich Offenheit für Neues. Diese Möglichkeit haben weitestgehend alle Teilnehmer genutzt.

Auch die bei anderen Trägern von MAE-Maßnahmen nahezu kaum praktizierte Bereitstellung von finanziellen Mitteln (arbeitsbezogene Verbrauchsmittel und Qualifizierung bei externen Bildungseinrichtungen) an die Teilnehmer stärkte die Eigenverantwortung und die aktive Tätigkeit in den oft selbst gewählten Projekten.

Der Verein/ UBI KLiZ als erster Anlaufpunkt für potenzielle TN und Einsatzstellen und die dann folgende Vermittlung/Kommunikation über workstation mit dem JC wurde bei den meisten Menschen als sehr positiv im Sinne von bürgernah und dem Abbau von Hemmschwellen gegenüber Institutionen wahr genommen. Dies spiegelt sich auch in der ersten Sichtung einer anonymen Umfrage unter den Teilnehmern wider, die aktuell wissenschaftlich ausgewertet wird.

Die TN waren mehrheitlich überzeugt davon, dass der Ansatz "Vermittlung/ Kommunikation auf der lokalen (aus dem persönlichen Lebens- und/ oder Arbeitsumfeld heraus) Ebene" ein Schritt in die Zukunft ist. Auch die Mehrzahl derjenigen, die vor diesem Einsatz nicht ehrenamtlich/selbst organisiert unterwegs waren, finden den Ansatz und eine entsprechende Realisierung wichtig.

Die kleinteiligen, gewachsenen Strukturen konnten gestärkt werden. Lang geplante Projekte konnten zeitnah umgesetzt werden. Die teilweise weniger intensiv vorhandenen Kontakte zwischen einzelnen Vereinen/ Initiativen konnten wieder aufgefrischt bzw. ausgebaut werden.

Know how, Enthusiasmus und soziale Kompetenz von der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer (TN) lassen nicht nur nachhaltig wirksame Strukturen / Projekte entstehen (oder stärken diese), sondern binden, wenn auch zeitlich begrenzt, Menschen mit sozialen und/oder anderen Defiziten in die Arbeit ein und stärken so das Selbstwertgefühl dieser dadurch, wie die geleistete Arbeit wahrgenommen und anerkannt wird. Anfängliche Skepsis einiger TN wich teils großem Engagement.

Dieses Ziel konnte nicht bei allen erreicht werden. Für einige war die angegliederte Maßnahme viel zu kurz, um Erlerntes zu festigen und die positiven Erfolge "mit zu nehmen".

Andere wiederum nutzten die Chance, sich individuell fortzubilden und damit einen Grundstein für die weitere Entwicklung zu legen. So gab es Abgänge wegen Annahme von Stipendien, Gang in die Selbstständigkeit oder Arbeitsaufnahme auf dem 1. Arbeitsmarkt, aber auch die Annahme von Minijobs, die vorher kaum möglich waren. Alles in allem eine durchaus sehr positive Entwicklung.

Der gesellschaftliche und soziale Nutzen der einzelnen Aktivitäten ist ohne hin "unbezahlbar". Dieser wirkt nicht nur "im Kiez", sondern auch weit darüber hinaus - letztendlich auch in andere Erdteile, da Projektaktivitäten im Rahmen der solidarischen Entwicklungszusammenarbeit genauso vertreten sind, wie die Einkaufshilfe für die altersschwache Omi in der Nachbarschaft oder die Mieter, Arbeitslosen- und Sozialberatung für Jedermann/frau.

Im Rahmen der Bewilligung der ersten drei Maßnahmen konnten über die Regiemittel zunächst zwei, später drei sozialversicherungspflichtige Teilzeitstellen sowie ein Minijob für die Koordination, Anleitung und Bearbeitung der verwaltungstechnischen Aufgaben entsprechend den Vorgaben des JobCenters geschaffen werden.

4. Nachhaltigkeit/ Fazit/ Ausblick

Im Rahmen des Projekts "MAE - Kiezpool" ist eine weitere Maßnahmen "Aktiv im Kiez (IV) - Der Kiezpool" im August 2006 mit Maßnahmebeginn 06.11.06 und einer Laufzeit von 6 - 12 Monaten von workstation beantragt worden.

Im Rahmen der Planung von Arbeitsgelegenheiten (MAE und Entgelt - u.a. 12 Monate Laufzeit u. Angebot von Praktika) und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für das Jahr 2007 sind in gemeinsamer Abstimmung von UBI KLiZ und workstation weitere Maßnahmen "Aktiv im Kiez (V - VIII) - Der Kiezpool" von workstation beim JC Friedrichshain-Kreuzberg mit Maßnahmebeginn 01.03.07, 01.06.07, 01.09.07 und 31.12.07 (je 20 TN) mit einer Laufzeit von 12 Monaten im November 2006 beantragt worden.

Die Entscheidung der Bewilligung/ Ablehnung bezüglich der o.g. Maßnahmen steht aktuell aus. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen sind zwei ABM-Stellen beantragt worden.

Aus Sicht von workstation und UBI KLiZ ist das Projekt "MAE - Kiezpool 2006" erfolgreich realisiert worden. Es ist auch weiterhin notwendig, bei der Entscheidungsfindung auf der Ebene des JC bzgl. des Einsatzes von ALG II - Empfängern als "1,- EURO - Jobber" mitzuwirken.

Die Weiterführung des Modellprojekts kann aus unserer Sicht für das Jobcenter eine Profilierung in kleinem Rahmen sein. Vorhandene (scheinbar gegenteilige) Strukturen sollten genutzt werden, um innovativ Lösungen/ Wege für ein vermeintliches "Unverständnis" auf beiden Seiten zu finden.

Das Anliegen von workstation/ UBI KLiZ ist es, das Projekt "MAE - Kiezpool" weiterzuführen und zu entwickeln, weil wir überzeugt davon sind, dass kleinteilige Strukturen näher am Menschen sind. Eine für Jeden individuell zu entwickelnde, sinnhafte Tätigkeit im Sinne des Gemeinwohls kann im Grundsatz immer nur vom Einzelnen ausgehen. Um dies realisieren zu können, müssen im Detail Strukturen her, die dem Einzelnen Raum und Zeit geben, sich auf sich einzulassen, Potenziale zu entdecken und Ideen zu verwirklichen.

Eine auf Vertrauen basierende Kommunikation erhöht die Motivation zu einem eigenen, auf Selbstbestimmtheit und Selbstvertrauen aufbauendem Handeln.

Wir bedanken uns herzlich beim Senat, beim Bezirksamt und dem Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes.

Yvonne Böhm/ Frauke Hehl/ Heike Weingarten
März 2007

1. Evaluation vom 28.03.2007

Unser Modellprojekt MAE KiezPool - Zwischenbericht März 2007

Bisher wurden wir weder abschließend über die Maßnahme Beginn 01.11.2006, noch über alle beantragten Maßnahem (geplanter Beginn der 1. Maßnahme am 01.03.2007) für das Jahr 2007 informiert. Alle Anträge befinden sich noch beim Jobcenter in der Bearbeitung. Wir befinden uns nach wie vor mit dem Bezirk (Sozialstadtrat) und dem Jobcenter (Geschäftsführung und deren Beauftragte) im Gespräch und hoffen auf baldige Weiterführung des bisher erfolgreichen Berliner Modellprojekts. Der derzeitige Zustand ist für die möglichen Teilnehmer und für uns höchst unbefriedigend.

Unser Modellprojekt MAE KiezPool - Zwischenbericht November 2006

Sie hätten gern weitergemacht, darin waren sich die 20 Teilnehmer der ersten von drei Maßnahmen des MAE-Kiezpools einig. Sechs Monate lang konnten Langzeitarbeitslose im Alter zwischen 28 und 56 Jahren die Möglichkeit nutzen, auf freiwilliger Basis und vom Jobcenter "bezahlt" für einen Verein, ein bereits bestehendes oder ein neues Projekt in Friedrichshain sinnvoll tätig zu sein, sich untereinander zu vernetzen und sich entsprechend ihren Wünschen in vom Träger oder der VHS oder des Landes Berlin angebotenen Kursen zu qualifizieren.

Das gegenüber anderen Trägern von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einzigartige Konzept der Initiatoren des MAE-Kiezpools hat sich in der Realität bewährt. Die Zusammenarbeit mit den Vertretern der Bezirksverwaltung und des Jobcenters war für alle Beteiligten gewinnbringend. Eine der derzeit laufenden zwei Maßnahmen mit 20 Teilnehmern wurde verlängert.

Bleibt zu hoffen, dass auch 2007 Arbeitslose eine Chance erhalten werden, sich selbstbestimmt und eigenverantwortlich für kiezbezogene Projekte zu engagieren.

Frauke Hehl (workstation Ideenwerkstatt Berlin e. V.) und Heike Weingarten (UBI KLiZ e. V.) haben das Modellprojekt auf dem Kongreß "Lokale Beschäftigung - Lokale Ökonomie: Existenzsicherung im Stadtteil" vom 08.-10.11.06 in Hannover vorgestellt und nicht nur großen Zuspruch sondern auch viele Nachfragen erfahren. In Vorbereitung auf den Kongreß haben wir eine PowerPoint-Präsentation angelegt, die hier als HTML aufgerufen werden kann. Demnächst ist unser Beitrag aber auch neben allen anderen auf der Seite www.stadtteilarbeit.de abrufbar. Dank an alle, die uns bei der Vorbereitung und Nachbereitung unterstützt haben.

Unser Modellprojekt MAE KiezPool - Öffentlicher Zwischenbericht August 2006

Mit dem Start der dritten Jobcenter-geförderten Maßnahme am 01.08.06 hat sich wiederholt das Angebotsspektrum im Kiez erweitert. Auch der Transfer von know how, selbst über den Kiez hinaus erweitert sich stetig und neue Partizipationsmöglichkeiten werden erkundet und gefestigt. Mit Rückblick auf die letzten 6 Monate, inclusive der seit fünf Monaten laufenden Maßnahmen, ist festzustellen, daß die Ausrichtung auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer in Verbindung mit den Bedürfnissen des Stadtteils im Rahmen des Modellprojektes der richtige Ansatz ist.

Insofern werten wir das von uns und workstation Ideenwerkstatt Berlin umgesetzte und vom Quartiersrat initiierte, aus Mitteln des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ und dem „Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung“ geförderte Berliner Modellprojekt als Erfolg und hoffen auf eine Weiterführung mit den derzeitigen Geschäftspartnern bis Ende 2007.

Unser Modellprojekt MAE KiezPool - Öffentlicher Zwischenbericht Juni 2006

Das senatsgeförderte Projekt nahm seine Arbeit am 01.02.06 auf. Es wurden funktionelle Strukturen geschaffen und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Drei Maßnahmen wurden für das Jahr 2006 vom Jobcenter bewilligt.

Nach anfänglichen Verständnisschwierigkeiten mit dem Jobcenter begann verspätet am 24.04.06 die 1. Maßnahme Aktiv im Kiez mit 20 Teilnehmern. Träger der Maßnahme ist workstation Ideenwerkstatt Berlin eV. Einsatzorte sind bisher die Vereine workstation Ideenwerkstatt Berlin, UBI KLiZ, Soned in Friedrichshain, Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase und Bodhicharya mit den jeweiligen Projektstandorten.

Die Teilnehmer unterstützen als so genannte 1,-E-Jobber die Aktivitäten der Vereine und unterstützen somit ehrenamtlich organisierte soziale Angebote im Kiez. Dabei können neue Betätigungsfelder entstehen und Fähigkeiten/ Talente entdeckt werden, die möglicher Weise neue Berufsfelder für den Einzelnen erschließen können.

Weitere Maßnahmen starten am 01.06. (mit folgenden neuen geplanten Einsatzorten: Strohlinka e.V., Regenbogenforellen e.V., Seitenwechsel e.V., Netz e.V.) und am 01.08.06. Informationen und Vorstellungsmöglichkeit erhalten alle Interessierten (Teilnehmer und Vereine) jeden Montag 10.00-13.00 und Donnerstag 16.00 - 19.00 Uhr im Mieterladen Kreutziger Str. 23. Seit März ist der Kiezpool auch im Web vertreten: www.kiezpool.de.

Zur Philosophie des Projekts und unserem Selbstverständnis gehört auch, daß Teilnehmer individuell nach ihren Bedürfnissen gefördert werden und sog. Regiegelder, die der Träger pro Person vom Jobcenter erhält, zur Finanzierung der Stellenangebote nach Maßgabe weitergeleitet werden. Noch etwas unterscheidet dieses einmalige Modellprojekt von "normalen" MAE-Angeboten. Vorzugsweise werden Teilnehmer unterstützt, die sich bereits ehrenamtlich im Gebiet bewegen und damit einen wertvollen sozialen Beitrag für den Kiez und seine Bewohner leisten und schließlich auch für sich selbst, weil z. B. das Selbstwertgefühl in hohem Maße gestärkt wird. Aber nicht nur bereits aktive Menschen werden unterstützt, auch Menschen erhalten eine Chance, die sich bisher nicht engagiert haben, jedoch bereit sind, sich auf unkommerzielle Strukturen und deren Möglichkeiten einzulassen. Voraussetzung sind ein entsprechender Grad an Selbstorganisation, Gebietskenntnisse, verschiedene Fähigkeiten und Talente und natürlich Offenheit für Neues.

Diese Möglichkeit haben in der laufenden Maßnahme bereits einige Teilnehmer genutzt. Nach den ersten zwei Wochen gab es ein erfreulich positives Feedback. Dies bestärkt uns darin, daß das Projekt wirklich gebraucht wird und gute Chancen auf Erweiterung hat. Wir bedanken uns herzlich vor allem beim Bezirksamt und dem Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung bei der Umsetzung.

Unser Modellprojekt MAE KiezPool - Öffentlicher Zwischenbericht Mai 2006

Nach anfänglichen Verständnisschwierigkeiten begann am 24.04.06 die 1. Maßnahme (ursprüngliche Bewilligung zum 01.03.06) mit 20 Teilnehmern (TN). Träger der Maßnahme ist workstation Ideenwerkstatt Berlin eV. Einsatzorte sind u. a. der Mieterladen, SONED, der Geschichtsverein Hans Kohlhase und workstation selbst, sowie andere Orte, an denen Projekte über die genannten Vereine realisiert werden.

Die TN unterstützen als so genannte 1,-E-Jobber die Aktivitäten der Vereine und tragen somit zur Abdeckung bzw. Erweiterung einiger ehrenamtlich organisierten sozialen Angebote im Kiez bei. Dabei können für einige TN neue Betätigungsfelder entstehen und Fähigkeiten/ Talente entdeckt werden, die möglicher Weise neue Berufsfelder für den Einzelnen erschließen können.

Die zweite Maßnahme startet zum 01.06.06, die dritte zum 01.08.06. Informationen erhalten alle Interessierten (Teilnehmer und Einsatzorte) jeden Montag 10.00-13.00 und Donnerstag 16.00 - 19.00 Uhr im Mieterladen Kreutziger Str. 23.

Unser Modellprojekt MAE KiezPool - Öffentlicher Zwischenbericht April 2006

Nachdem das Projekt (beim Quartiersrat eingereicht) vom Senat bewilligt wurde und drei diesbezügliche Maßnahmen (Beginn 01.03., 01.05. und 01.07.06) vom Jobcenter bewilligt wurden, konnte die erste Maßnahme (Beginn 01.03.06) noch nicht realisiert werden. Wir stehen nach wie vor in permanentem Kontakt mit Mitarbeitern des Jobcenters, müssen aber leider feststellen, daß Inhalt und Ziel des Projektes immer noch nicht verstanden wurden.

Wir haben uns jetzt darauf konzentriert, Hilfe aus anderen Richtungen zu erbitten, um das Projekt, das von den Bewohnern des Boxhagerner Kiezes, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und dem Senat ausdrücklich erwünscht ist und vom stellvertretenden Geschäftsführer des Jobcenters als Modellprojekt für durchaus interessant gehalten wird, verständlicher zu machen, um die erste Maßnahme verspätet zum 01.04.06 beginnen zu können.

Wir haben über 30 Menschen, die sich aufgrund der erfolgten Öffentlichkeitsarbeit bei uns beworben haben, Mut gemacht, Chancen aufgezeigt und sie für das Projekt begeistert. Jetzt werden diese Personen zum Spielball von Strukturen, die ihnen schaden, obwohl sie doch helfen sollen. Darüber hinaus ist auch eine Festanstellung gefährdet.

Das Projekt stellt einerseits eine große Chance für das Jobcenter dar, sich zu profilieren und zeigt andererseits neue, alternative Arbeitswege auf, in den sich verändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen.

Wie wichtig die Realisierung dieses Modellprojektes ist, zeigt sich auch in den vielen Nachfragen während der Öffnungszeit der Geschäftsstelle des MAE-Kiezpool. Wir werden alle Kraft auch weiterhin einsetzen, um die Realisierung des Projekts voran zu treiben.

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